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Karmelitinnenkloster Himmelspforten  > Wegbegleiter

Therese von Lisieux(1873 – 1897)

 


Therese von Lisieux: Werde ich die Liebe sein, so werde ich alles sein.
Therese Martin wurde am 2. Januar 1873 in Alençon geboren. Ihre Mutter starb, als sie vier Jahre alt war. Sie wuchs im Kreis ihrer Geschwister und der Obhut des Vaters auf.  Sie erhielt auf der einen Seite eine sehr strenge und fordernde religiöse Erziehung, wurde aber auf der anderen Seite auch sehr verhätschelt und verwöhnt. Therese tat sich im Umgang mit ihren Altersgenossen ziemlich schwer. Dennoch hielt es die Heilige von Lisieux nicht lange zu Hause. Sie wollte möglichst schnell Karmelitin werden, obwohl erst 15 Jahre alt. Nachdem alle Bemühungen vergeblich waren, um in den Karmel aufgenommen zu werden, reiste sie 1888 mit ihrem Vater nach Rom, um von Papst Leo XIII. persönlich die Erlaubnis zu erhalten. Diese Entschlossenheit überzeugte die zuständigen Autoritäten. Am 9. April 1889 öffnete der Karmel von Lisieux – indem vorher schon ihre Schwestern Pauline und Marie eingetreten waren – seine Tore für die junge Postulantin.
Therese suchte hier aber nicht die Nähe ihrer Schwestern! Sie wollte Jesus mehr lieben, als er je von einen Menschen geliebt wurde – ein hohes Ziel. Aber wie sollte sie das in die Praxis umsetzten? Hilfestellung hierfür lieferten ihr die Schriften der Ordenseltern (Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz) und vor allen die Heilige Schrift. In der suchte sie unermüdlich eine Antwort auf ihre Fragen. Ein absolutes Novum zu ihrer Zeit, da es nur sehr wenige Übersetzungen der Texte in die Mutter-sprache gab und Therese die lateinische Sprache nicht beherrschte. Im Meditieren der Heiligen Schrift begegnete sie dem Herrn Jesus Christus und dieser lehrte sie den Weg der geistlichen Kindschaft – in IHM Adoptivkind des Vaters zu sein.
So kann sie sich vertauensvoll der Führung Gottes überlassen und braucht sich nicht mehr den religiösen Leistungsdruck ihrer Zeit unterwerfen. Geborgen in der Vaterliebe Gottes kann sie auch die Erfahrung der Dunklen Nacht und ihre tödliche Tuberkoloseerkrankung für die Kirche fruchtbar machen. Papst Pius XI hat sie 1925 heiliggesprochen und 1927 zur Patronin der Missionen ernannt. Papst Johannes Paul II. erklärte sie 1997 zur Kirchenlehrerin.

 

 

MEINE BERUFUNG IST DIE LIEBE!... (Selbstbiographische Schriften)

 

Ja, ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden, und diesen Platz, mein Gott, den hast du mir geschenkt... im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein..(Selbstbiographische Schriften)

 

Wie aber soll es seine Liebe bezeugen, da sich die Liebe doch durch Werke be-weist? Wohlan, das kleine Kind wird Blumen streuen,Ja, mein Viel-Geliebter, auf diese Weise wird sich mein Leben verzehren... Ich habe kein anderes Mittel, dir meine Liebe zu beweisen, als Blumen zu streuen, das heißt, ich will mir kein einziges klei-nes Opfer entgehen lassen, keinen Blick, kein Wort, will die geringfügigsten Handlungen benutzen und sie aus Liebe tun... Aus Liebe will ich leiden und aus Liebe so-gar mich freuen. (Selbstbiographische Schriften)

 

Nur das Vertrauen kann uns zur Liebe führen. (Letzte Worte)