Gebet
Da schon die ursprüngliche Regel die Einsiedler auf dem Berge Karmel dazu aufrief, Tag und Nacht im Gesetz des Herrn zu betrachten und im Gebete zu wachen, hat die heilige Teresa das Gebet zum Fundament und zur Hauptübung im Leben ihrer Töchter gemacht. Dabei sind unter dem Gebet nicht nur die festgesetzten Zeiten zu verstehen, sondern die Schwester lernt mit der Zeit immer in der Gegenwart des Herrn und in Gemeinschaft mit Ihm zu leben. So wird langsam die ganze Existenz auf Ihn und seine Anliegen ausgerichtet.
Quelle und Höhepunkt dieser Ausrichtung ist die Eucharistiefeier. Hier wird der Bund mit Christus grundgelegt, in Taufe und Profeß sakramental erneuert, und die Kommunität wird durch die Teilnahme an dem einen Brot zu einem einzigen Leib, zu einer einzigen Opfergabe, die Christus ist. Brot – gebrochen für das Leben der Welt.
In der Feier des Stundengebetes vereint sich jede Kommunität mit dem ewigen Lobpreis Christi und bittet in Vereinigung mit der gesamten Kirche den Vater inständig um das Heil der ganzen Welt.
Nach der Lehre der heiligen Teresa ist Beten ein Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um bei ihm zu sein, weil wir wissen, dass er uns liebt (Leben 8,5 ). Da Freundschaften gepflegt werden müssen, um lebendig zu bleiben, widmen wir zwei Stunden am Tag der Betrachtung und eine Stunde der geistlichen Lesung, um den Herrn immer besser kennen- und liebenzulernen, ihn anzubeten, bei IHM zu sein und so seiner Gesinnung gleichförmig zu werden.
|